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Was ist ein Soft Proof?

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In unserer Druckerei POINT CZ stoßen wir oft auf Unklarheiten hinsichtlich des Begriffs "Soft Proof" oder "PDF Proof". Lassen Sie uns klären, wofür diese Schlüsselfunktion in der industriellen Druckproduktion genutzt wird und warum sie wichtig ist.

Wie funktioniert Soft Proof?

Soft Proof ist ein "softwarebasierter Nachweis" der korrekten Verarbeitung auf dem RIP (Raster Image Processor). Das RIP erzeugt eine Bitmap (Raster), aus der der Soft Proof erstellt wird. Diese Bitmap wird weiterverarbeitet, und Druckpunkte für einzelne Farbplatten werden berechnet. Auf dieser Grundlage werden die Druckplatten mit einer CTP-Belichtungseinheit (Computer-to-Plate) hergestellt.

Wofür wird Soft Proof verwendet?

Soft Proof ersetzt nicht die Qualitätskontrolle der Eingabedaten oder das Lektorat. Es ist die letzte technische Kontrolle vor dem Druck, die mögliche Fehler in der RIP-Datenverarbeitung aufdeckt, z. B. falsche Interpretation von Transparenzen, Probleme bei der Schriftverarbeitung oder fehlende Bilder aufgrund versteckter Fehler in den Druckdaten. Soft Proof ist ideal für Kunden, die beim Druckstart nicht persönlich anwesend sein können oder wollen, aber sicherstellen möchten, dass das Endprodukt ihren Erwartungen entspricht.

Die einzige Alternative zu Soft Proof ist ein echter Probedruck oder die persönliche Anwesenheit beim Druckstart. Diese Methoden sind jedoch teurer und zeitaufwendiger, bieten jedoch die Möglichkeit einer realistischen Farbdarstellung auf dem spezifischen Material und erlauben eine mögliche Farbkorrektur direkt beim Druck.

Soft Proof ersetzt nicht das Grafik-Lektorat

Das Lektorat erfolgt vor der Übermittlung der Daten an die Druckerei und findet zwischen dem Grafiker und dem Kunden statt. Die Druckerei arbeitet nur mit genehmigten Daten, um die Produktion effizient zu planen und die Lieferfristen einzuhalten.

Produktspezifikation vor dem Druck

Vor der Druckbeauftragung muss das Produkt spezifiziert werden. Diese Spezifikation dient zur Angebotserstellung, zur Prüfung der Eingabedaten und zur Erstellung des Soft Proofs. Soft Proof dient nicht zur endgültigen Festlegung der Auftragsparameter.

 

Historische Alternative: "Andrucke"

Früher wurden in unserer Druckerei sogenannte "Andrucke" verwendet – gedruckte Bogen in niedrigster Qualität auf dem günstigsten Papier. Diese wurden in der Druckerei kontrolliert oder per Post an den Kunden geschickt. Heute ersetzt Soft Proof diese Funktion in einer hochwertigeren digitalen Form.

Historisch dienten Andrucke zur Überprüfung, ob der Setzer die Buchstaben und Zusatzkomponenten (Linien, Ornamente, Klischees usw.) korrekt zusammengestellt hat. Aus dem Satz wurde dann ein manueller Kontrollabzug – umgangssprachlich "Andruck" – erstellt.

POINT CZ ist spezialisiert auf industrielle Druckproduktion, einschließlich Kalenderdruck, Großauflagen und Verpackungsproduktion. Soft Proof ist ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Prozesses und hilft, präzise Ergebnisse für jeden Auftrag sicherzustellen. Benötigen Sie einen Druck- oder Verpackungsauftrag? Kontakt zu unseren Spezialisten.

 

Verwendete Druckbegriffe:

Raster Image Processor (RIP)
Der RIP wandelt digitale Dateien (PDF, PostScript) in eine Bitmap für den Druck um. Er kann software- oder hardwarebasiert sein. Die Verarbeitung umfasst Interpretation, Rendering und Rasterung.

Bitmap
Eine Bitmap-Grafik besteht aus Pixeln mit definierter Farbe (Formate: TIFF, BMP, PNG, JPEG). Eine höhere Auflösung bedeutet ein detaillierteres Bild, aber auch eine größere Dateigröße. Im Gegensatz zur Vektorgrafik arbeitet die Bitmap mit einem festen Raster aus Punkten.

Proof (Andruck)
Eine Testdruckversion zur Überprüfung von Farben und Inhalt. Sie kann gedruckt sein (eine realistische Simulation des Materials) oder digital (eine Darstellung auf einem kalibrierten Monitor). Ziel: Fehler vor dem Druck eliminieren.

Halbtöne
Druck von kontinuierlichen Farbtönen mithilfe kleiner Punkte unterschiedlicher Größe (AM-Raster) oder Verteilung (FM-Raster). Das menschliche Auge nimmt diese Punkte als weiche Übergänge wahr – die Grundlage des CMYK-Drucks.

CTP (Computer-to-Plate)
Direkte Laserbelichtung der Druckplatte ohne Film. Beschleunigt den Druckprozess, verbessert die Qualität und senkt die Kosten.

Autor des Artikels: Ondřej Srstka, Datenkontrolle POINT CZ